Blonde d’Aquitaine in Oberneuland

Er ist Bremens einziger Züchter der französischen Rinderrasse „Blonde d’Aquitaine“. 2009 kaufte Heiko Bömeke die ersten zwei Kühe der Fleischrinderrasse. Bis dahin setzte er auf Limousin-Kreuzungen.

 

Auf dem Fleischrindertag sah er sie zum ersten Mal. „Die willst du auch mal haben,“ sagte er sich. Jetzt stehen in den Wiesen am Hodenberger Deich durch eigene Nachzucht und Zukauf zehn der hellgelben bis weizenfarbenen Rinder. Drei weitere hält er zurzeit im Stall, da die noch zu jung sind, um mit dem Bullen zusammen auf der Weide zu laufen. Unix ist eine Seele von Bulle. Wenn Heiko Bömeke auf die Weide kommt und mit der Brötchentüte raschelt, dann scharen sich alle 800 bis 1.400 Kilogramm schweren Tiere um ihn, allen voran Bulle Unix. Sie sind friedfertig im Umgang, das stellen sie auch an diesem Tag unter Beweis.

„Es ist eine gute Fleischrasse, die sich ohne zu verfetten leicht mästen lässt, sagt Heiko Bömeke, „sie kommen gut mit extensiven Verhältnissen klar.“ Je nach Witterung füttert der Oberneulander Landwirt etwas Heu oder Silage zu. Nur im Winter gibt es ein bisschen Kraftfutter. Von Mai bis Dezember stehen sie auf der Weide.

Heiko Bömekes Tiere sind eingetragene Herdbuchtiere. In diesem Jahr hat er nur zwei Kälber, weil er im letzten Jahr noch keinen Bullen besaß. Der zweijährige Unix nimmt erst im kommenden Jahr seine Arbeit auf. „Jetzt zeigt er nur Interesse“, so Bömeke. Blonde d´Aquitaine tragen 9 Monate und 20 Tage. Jeden Tag besucht Bömeke seine blonden Rinder, daher haben sie einen ganz besonderen Draht zueinander. Kommt er in Gesellschaft, weiß die Herde sofort „Da ist was im Busch“ und ist erst einmal zurückhaltend. Streicheln und bürsten genießen die Blonden im Stall wie auch auf der Weide.

So unkompliziert die Haltung, sind die schweren Tiere aber mit relativ „zarten“ Beinen ausgestattet und daher ein wenig empfindlich. Bömekes Zuchtziel sind hornlose Rinder, um die Verletzungsgefahr untereinander zu minimieren. Das ist ihm bislang sehr gut gelungen. Kuhkälber vergrößern seine Herde, Bullenkälber mit einem Lebendgewicht von 300 bis 350 Kilogramm verkauft er zur Mast. Chefin der Truppe ist Lieselotte. Einen Namen haben sie alle, der richtet sich bei der weiblichen Nachzucht im Anfangsbuchstaben nach der Mutter, die Namen der männlichen Nachkommen fangen mit dem Anfangsbuchstaben des Vatertieres an. SvD

 

INFO

Blonde d´Aquitaine zeichnen sich durch die gute Entwicklung der Bemuskelung aus. Trotz ihrer Großrahmigkeit wirken die Rinder aufgrund ihrer feingliedrigen Knochen aber elegant. Das Fleisch besitzt trotz eines hohen intramuskulären Fettgehaltes eine geringe Fettauflage und wird von Gourmets geschätzt.  Feinschmecker und Küchenchefs zählen das Qualitätsfleisch der Rasse Blonde d´Aquitaine zu den  Besten der Besten. Dieses Premium-Fleisch ist sehr mager, zart marmoriert und von besonders feiner Faser.