Garten in der Urlaubszeit

 

 

Wenn der Gärtner Urlaub macht, ruht sein Garten nicht. Um nach dem Urlaub keine unliebsamen Überraschungen zu erleben, gibt es ein paar Tipps. Damit kommt der Garten eine Weile ohne große Pflege über die Runden.

Kurz vor der Abreise ist es sinnvoll, den Rasen zu schneiden und den Rasenschnitt auf dem Rasen liegen zu lassen. Dadurch verringert sich die Verdunstung und der Boden kann die Feuchtigkeit halten. Mit Zeitschaltuhr, Bewässerungscom-puter oder Regner lässt sich die Rasenfläche auch während der Abwesenheit des Gartenfreunds bewässern.

Bei der Anlage des Gemüsegartens schon die Erntetermine mit den Urlaubszeiten abstimmen. „Die Gartenplanung nach den Urlaubszeiten ausrichten“, rät auch Hartmut Clemen, Gärtnermeister und Landesfachberater im Landesverband der Gartenfreunde Bremen. Eine mit Strohmaterial abgedeckte Gemüsefläche speichert die Feuchtigkeit. „Rasenschnitt“, so Clemen, „sollte vorher unbedingt zwei bis drei Stunden austrocknen, um als Mulchmaterial Flächen vor Austrocknung zu schützen.“ Hierfür das Mähgut wie Heu behandeln und zwischen die Dauerkulturen im Gemüsegarten, aber auch im Blumenbeet streuen. Auf gar keinen Fall aber Rasenschnitt direkt nach dem Mähen einstreuen, denn damit schaffe man eine Kinderstube für Schnecken, so der Gärtnermeister des Floratriums.

Sind Nacktschnecken ungeliebte Gäste, bezeichnet Clemen Weinbergschnecken als die Polizei des Gartens, die die Gelege der Nacktschnecken vertilgen. Um Nacktschnecken absammeln zu können, legt er Bretter aus, unter denen sie sich verkriechen. Gute Erfahrungen machte er mit einer Lösung von Helix tosta, einem homöopathischen Mittel gegen Schnecken, mit dem am besten schon bei Anzucht die Pflanzen begossen werden sollten.

Gewässert werden sollte nicht nur in der Urlaubszeit immer in den frühen Morgenstunden, das gilt für Beete, Kübel wie auch Balkonkästen. Die Bewässerung am späten Nachmittag oder abends „inspiriere“ die Nacktschnecken, noch mehr zu fressen, sagt Hartmut Clemen. Tagsüber verkriechen sie sich.

Urlaubszeit ist auch Trockenzeit. Dagegen hat Clemen einen ganz besonderen Tipp. Um die Wasserhaltekraft des Bodens zu verbessern, bringt er ein Substrat aus Gesteinsmehl „Geohumus“ in den Boden ein. Auch in der Urlaubszeit müssen die Tomaten ausgegeizt werden, damit die Kraft nicht in die Blatt-, sondern Fruchtentwicklung geht. „Ohne guten Nachbarn geht es nicht“, so das Fazit des Gärtnermeisters.

Gartenplanung nach Urlaubszeit geht im Obstgarten nicht, da freuen sich Freunde und Nachbarn über selbst gepflücktes sonnengereiftes Obst. Vor der Abreise die verblühten Rosenblüten der remontierenden Rosen entfernen, die Blütenstände nur einmal blühender Rosen stehen lassen, sie entwickeln im Herbst attraktive Hagebutten. Vor dem Austrocknen des Bodens werden Sträucher und Stauden durch Aufbringen von Rindenmulch geschützt. Wer nicht auf Selbstaussaat setzt, sollte Samenstände und Verblühtes entfernen.

Kübelpflanzen überstehen trotz Wasserreservoirs nur bedingt eine längere Abwesenheit des Gärtners. Eine Möglichkeit ist die computergesteuerte Bewässerung, eine andere das Versenken der Kübel an einem schattigen Standort in die Erde.