Runder Zauber in Oberneuland

 

 

Auch wer einen Kranz binden möchte, braucht als Erstes einen Plan. Der Bastler muss sich zunächst die Frage stellen, wo das Schmuckstück seinen Platz finden wird. Ein Kranz an der Tür muss fester und belastbarer gebunden werden, als einer, der auf dem Tisch liegt oder an einer Zimmerwand hängt.

Diese „Grundsatzentscheidung“ hat auch Einfluss auf die Auswahl der Materialien. An der frischen, in unseren Breiten recht feuchten Luft, halten sich viele natürliche Kranzelemente länger als in der Heizungsluft im Raum. Hingegen können zuvor getrocknete Dekorationsobjekte feucht und damit unansehnlich werden oder sogar zu faulen beginnen. Die Wärme in den Räumen verändert hingegen leicht die Farbe der verwendeten Produkte – speziell, wenn es zarte Schönheiten aus der Natur sind.

Als Nächstes stellt sich die Frage des Kranzrohlings. Sollte man bereits ein solchen besitzen, dann beschränkt sich die Suche auf die Dekorations- oder Schmuckobjekte. Wer einen solchen Basiskranz nicht besitzt, sollte nicht verzweifeln. Ein fester Blumendraht, mehrfach gewickelt, ergibt ein ebenso perfektes Trägerelement. Entscheidend bei der Gestaltung eines individuellen Kranzes ist neben dem Ort, an dem er angebracht werden soll, auch die Frage, ob der Kranz hängen oder liegen soll. Bei liegenden Kränzen wird in der Regel die Unterseite nicht 

geschmückt. So liegt der Kranz besser auf.

Gerade in dieser Jahreszeit fällt dem Bastelfreund die schönste Dekoration quasi „vor die Füße“. Damit sind die 

vielen Früchte der Bäume gemeint oder auch die farbigen Beeren an den Sträuchern. Kastanien (zusammen mit den Schalenresten), Eicheln, Zapfen, Blätter, Disteln, Äpfel, kleine Zweige oder skurril geformte Äste, aber auch getrocknete Hortensienblüten oder Strohblumen bilden eine reichhaltige Auswahl an ganz natürlichen und vor allem auch kostenfreien Kranzelementen. Wer sich bei seiner Planung für eine bestimmte Farbrichtung entschieden hat, kann alle die natürlichen Schönheiten einfach mit Sprühlack farblich anpassen.

Wenn der Kranzrohling erstellt ist und die Schmuckelemente zusammengestellt sind, kann die Arbeit beginnen. Zunächst müssen aus dem Grundmaterial – in der Regel und speziell in der Vorweihnachtszeit kleine Zweige von Tannen, Fichten, Kiefern, Kirschlorbeer oder beispielsweise Ilex – kleine Sträußchen mit dünnem Blumendraht gebunden werden. Diese werden dann mittels des überstehenden Drahtstücks an den Grundkranz gebunden. Wird mit einem fertigen Kranzrohling gearbeitet, so können diese kleinen Sträuße einfach eingesteckt werden. Besonders schön ist hier eine Mischung aus verschiedenen Blatt- und Pflanzenformen. Moderne Kränze zeichnen sich meist dadurch aus, dass sie nicht vollständig bestückt werden, sondern nur Teile. Dieses Konzept sieht natürlich nur hübsch aus, wenn der Trägerkranz ein ansprechendes Äußeres hat – so wie ein Kranz, der aus Weidenzweigen geflochten wurde.

Wenn die Basis hergestellt ist, sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Entweder benutzt man zur Befestigung der ausgewählten Dekorationselemente eine Heißklebepistole oder man sichert sie mit Blumendraht an dem Kranz.

Bei der Erstellung und Gestaltung seines persönlichen Schmuckstückes ist es wichtig, von Beginn an auch an die Befestigung zu denken. Soll der Kranz an der Tür angebracht werden, können entweder Schleifenband oder unsichtbare Aufhänger aus Angelschnur mit eingeknüpft werden. Zum guten Schluss noch ein Tipp: Kränze sind heute nicht mehr zwingend rund – auch wenn sie dann im Sinne des Wortes kein Kranz mehr sind. CB