Sommer ist Blaubeer- & Himbeerzeit

 

 

 

Ob Blaubeere, Bickbeere oder Heidelbeere, alle meinen die leckeren blauen Früchte. 

70 Prozent der deutschen Anbauflächen von Kulturheidelbeeren liegen in Niedersachsen. Sieben Hektar davon gehören zur Selbstpflücker-Anlage Heidelbeerhof Wöltje in Lilienthal-Oberende, die Karen und Carsten Meierdirks 2013 von Ewald und Else Wöltje übernahmen. Auf einem Hektar wachsen in Oberende seit dem vergangenen Jahr Himbeeren.

Pflücken und Kaffeetrinken ist die Devise auf der Heidelbeer- und Himbeerplantage von Karen und Carsten Meierdirks. Das Hofcafé lockt mit seinen selbst gebackenen Kuchen und Torten viele Besucher. Es ist fester und wichtiger Bestandteil der Selbstpflückerplantage. Unter Schatten spendenden Bäumen und Sonnenschirmen können Besucher vor dem kleinen Fachwerk-

häuschen beim Kaffee von Karen Meierdirks selbst gebackene 

Heidelbeerkuchen genießen. Jede Saison stellt sie neue, erprobte Rezepte für den Flyer zusammen, den die Kunden mitnehmen 

dürfen. Manche Rezepte aber bleiben, zu den Klassikern gehören dabei der Heidelbeer-Schmand-Kuchen und der Streuselkuchen.

Es ist ein Lebensgefühl von Sommerfrische und Ausflug aufs Land, das Karen und Carsten Meierdirks den Besuchern mit der gepflegten Selbstpflücker-Plantage in Oberende vermitteln wollen. Dafür tun sie einiges. In der Saison backt Karen Meierdirks täglich am Vorabend für den nächsten Tag mindestens sechs bis acht Streuselkuchen und die gleiche Menge an Blechkuchen. Nicht immer reicht es. Letzte Hand legt sie in den frühen Morgenstunden an, um die Torten zu garnieren. Der Tag von Carsten und Karen Meierdirks beginnt in der Saison schon um sechs Uhr in der Frühe und endet frühestens um 23.30 Uhr. Nur Sonntagnachmittag, da haben sie frei. Denn den „Luxus“ gönnen sie sich und ihrer kleinen Familie.

Immer sind die Oberender Landwirte wie auch ihre freundlichen Angestellten bereit, Besuchern Rede und Antwort zu stehen über Pflege von Heidelbeeren, Sorten und Düngung der Pflanzen. In den Hochzeiten setzen sie auf der Plantage zwei bis drei Busse als Shuttledienst ein, die die Selbstpflücker bequem in die Heidelbeeren bringen.

Blaue Zähne und Zungen gibt es nicht mehr, denn bei den Pflanzen auf der Oberender Plantage handelt es sich um Kulturheidelbeeren mit blauer Schale und weißem Fruchtfleisch, nicht um Waldheidelbeeren. Acht Sorten wachsen auf der Plantage und garantieren eine Ernte von Ende Juli bis Ende August/Anfang September. Selbstpflücker kommen von weit her, um hier die blauen Früchte direkt vom Strauch zu ernten.

Kasten: Die beliebten Beeren sind nicht nur durch ihren hohen Antioxidantiengehalt sehr gesund, sie enthalten hohe Konzentrationen an Kalzium, Magnesium, Eisen sowie an den Vitaminen A, B1, B2 und Niacin. Die Heidelbeere wächst in Gruppen auf sauren, nährstoffarmen sowie humosen Böden und kann bis zu 30 Jahre alt werden. Saison ist von Mitte Juni bis Anfang September. Der durchschnittliche Ertrag eines Kulturheidelbeerstrauchs beträgt fünf Kilogramm. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Heidelbeeren Arteriosklerose vorbeugen und dokumentieren bei regelmäßigem Genuss ein geringeres Risiko, an Parkinson zu erkranken und lindern Krampfaderbeschwerden, Sehschwäche und dämpfen Schmerzen bei Magen- und Darmgeschwüren.

Ökologie wird großgeschrieben bei Carsten und Karen Meierdirks. Sie setzen wie auch Hajo Kaemena auf Tagetes als Vorfrucht zur Bekämpfung von Nematoden, Gründüngung und Bodenentseuchung. Der Kirschessigfliege begegnen Meierdirks mit einer veränderten Pflückstrategie, bei der die Sträucher früher und schneller gepflückt werden. „Durch das schnelle Durchpflücken gibt es weniger überreife Früchte“, sagt Carsten Meierdirks. Denn die sind Nahrungsgrundlage der Kirschessigfliege. Mit der Anlage eines Blühstreifens als Bienenweide im neuen Teil der Heidelbeerplantage tut Carsten Meierdirks ein Weiteres. „Wir geben uns viel Mühe, Insekten auf natürliche Weise zu bekämpfen“, so Meierdirks. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird auf ein Minimum begrenzt und erfolgt nur während der Blütezeit.

Zum ersten Mal wurde im vergangenen Jahr ein Hektar Himbeerplantage von Selbstpflückern beerntet. Erntezeit ist voraussichtlich ab Mitte/Ende Juni etwa vier Wochen.

Die Saison dauert auf der Heidelbeer-Himbeer-Plantage gerade mal zwei Monate, Arbeit aber gibt es das gesamte Jahr über reichlich, um Sträucher und Anlage in Schuss zu halten. Bereits im November werden die Heidelbeeren zurückgeschnitten, damit sie nicht vergreisen und auch im Folgejahr einen guten Ertrag bringen. 20.000 Klammern muss Carsten Meierdirks dafür von den Himbeerruten von Hand lösen, damit er sie beschneiden kann. Und genauso viele Klammern muss er wieder setzen, damit die Himbeeren genug Halt haben. Bei den Heidelbeeren wird jeder Busch abhängig von der Sorte individuell beschnitten.

Seinen Arbeitstag richte er nach dem Wetterbericht aus, sagt der Oberender Landwirt. Und wenn das Thermometer piept, dann ist es höchste Eisenbahn für Carsten Meierdirks, denn dann ist die Temperatur unter 0 Grad Celsius gefallen und die Frostberegnung muss eingestellt werden. „Aber dann wieder ins Bett gehen“, so Meierdirks, „das funktioniert nicht, will man am nächsten Tag keine unliebsamen Überraschungen erleben.“ In diesem Frühjahr fiel das Thermometer auf minus 5,8 Grad Celsius, da blieben ein paar Frostschäden nicht aus.

 

 

 

Rezepte mit Himbeeren

Heidelbeer-Streuselkuchen

Für den Teig:

125 g Butter, 125 g Zucker, 250 g Mehl, 2 Eier, ½ Paket Backpulver, 

½ Paket Vanillezucker

Für die Streusel:

125 g kalte Butter, 125 g Zucker, 215 g Mehl

Alle Zutaten zu einem Rührteig verarbeiten und in gefettete Springform füllen. 500-700 g Heidelbeeren auf Teig verteilen. Streusel kneten und auf Beeren verteilen. Bei 160 Grad Celsius 60 Minuten backen.

 

 

Heidelbeer-Schmandkuchen

Für den Pudding:

¾ l Milch, 2 Pakete Vanille-Pudding-Pulver, 150 g Zucker

Für den Teig:

250 g Butter, 200 g Zucker, 1 Paket Vanillezucker, 4 Eier, 250 g Mehl, ½ Paket Backpulver

Für den Tortenguss:

½ l Obstsaft, 2 Pakete Tortenguss klar, Zucker nach Anweisung

Und außerdem noch:

3 Becher Schmand oder saure Sahne, 1 kg Heidelbeeren

Aus ¾ l Milch, Vanille-Pudding-Pulver und 150g Zucker Pudding kochen. Rührteig auf gefettetem Backblech streichen, bei 190 Grad Celsius 15 Minuten backen. Schmand oder saure Sahne unter den abgekühlten Pudding heben, auf gebackenen Boden geben und mit Heidelbeeren belegen. Weitere 15 Minuten backen. Tortenguss von der Mitte aus auf dem abgekühlten Kuchen verteilen.

 

Reisauflauf mit Heidelbeeren

Für den Milchreis:

1 l Milch, 250 g Milchreis, 1 EL Zucker

70 g zimmerwarme Butter, 100 g Zucker

2 Eier, 250 g Quark, 300 g Heidelbeeren

Milchreis kochen, abkühlen lassen. Butter und Zucker schaumig rühren. Eier und Quark zur schaumig gerührten Butter geben, Masse unter den Milchreis mischen. Hälfte in gefettete Auflaufform füllen. Heidelbeeren darüber verteilen, Rest der Milchreismasse darauf streichen. Bei 200 Grad Celsius 45 Minuten backen. Kalt oder warm lecker.