Tatort Borgfeld

 

 

In Borgfeld starteten die Dreharbeiten zu zwei neuen Bremer Tatorten. Das Oberneuland Magazin war dabei...

 

Viele große Lkw standen entlang des Borgfelder Saatlandes,Catering, Maske und Garderobiere. Denn Radio Bremen wählte Borgfeld als einen der Schauplätze und als Drehbeginn für die neuen Folgen des Bremen-Tatorts aus. Das Bremedia-Team und Sabine Postel, Oliver Mommsen und Peter Heinrich Brix drehten ein paar Tage einige Einstellungen in der ruhigen Borgfelder Wohnstraße.

Zum ersten Mal standen Sabine Postel und Oliver Mommsen gemeinsam mit Peter Heinrich Brix vor der Kamera. Zwischen ihnen funkte es sofort und die für den Bremen-Tatort so typische entspannte Stimmung setzte sich auch in dieser Dreierkonstellation fort.

„Sie sind die Herrschaften von der Polizei“, sagte Brix als Gutachter Carsten Kühne zu den auf ihn zukommenden „Kommissaren“ in Szene 21/2 zum wiederholten Mal. In dem mit Arbeitstitel benannten Tatort „Im toten Winkel“ ermordet der betreuende Ehemann seine an Demenz erkrankte Frau. Thematik der neuen Folge, die im Frühjahr 2018 ausgestrahlt wird, sind problematische Pflegestruk-

turen und Sozialbetrug. Als ein Rentner seine demenzkranke Frau tötet, sehen sich die Bremer Ermittler Inga Lürsen und Nils Stedefreund mit einem gesellschaftlichen Tabuthema konfrontiert. Peter Heinrich Brix führt die Ermittler als Gutachter Kühne Schicht um Schicht in die Welt der Pflegenden ein. Angesichts der Ungerechtigkeit und der persönlichen Schicksale stockt den Kommissaren zusehends der Atem.

Als bedrückend bezeichneten Postel und Mommsen die Thematik. „Das wird jeden von uns irgendwann betreffen, more or less“, so Postel alias Ermittlerin Inga Lürsen. In dieser Folge des Bremen-Tatorts muss man dahin gucken, wo man eigentlich nicht hingucken möchte, sagte Oliver Mommsen, der die Rolle von Hauptkommissar Stedefreund spielt. Erfahrung mit Demenz ist beiden Schauspielern nicht fremd. 

Sabine Postel hat ihren pflegebedürftigen Vater zu Hause, Oliver Mommsen erinnerte sich an einen „schrägen Vogel“ in der Familie, den er mit seinem heutigen Wissensstand als dement einstufen würde. 

Jetzt erst bekäme diese Schrulligkeit einen Namen, so Mommsen.

Seit 1997 spielte Sabine Postel in bislang 35 Folgen die Bremer Kommissarin Inga Lürsen, seit 2009 verkörpert sie in der TV-Serie „Die Kanzlei“ Rechtsanwältin Isabel von Brede. Schon seit 2001 sind Sabine Postel und Oliver Mommsen als Inga Lürsen und Nils Stedefreund ein Paar. In dieser Zeit drehten sie 30 Bremen-Tatorte, drei werden noch gedreht, dann ist 2019 Schluss.

Im Tatort „Blut“ werden die Kommissare mitten in der Nacht zu einem Tatort gerufen, dort sind sie mit einer mit unglaublicher Brutalität verübten Tat an einer jungen Frau konfrontiert.

Jede Kleinigkeit musste bei den Aufnahmen berücksichtigt werden, das machte es auch an dem ersten Drehtag in Borgfeld aufwendig und zeitintensiv. Stehen und warten und immer wieder aufs Neue die Szene drehen, so sahen auch hier die Dreharbeiten aus. Lief der Ton, musste es mucksmäuschenstill sein. Da störte jedes Auto, Martinshorn oder Flugzeug. Dann eben wieder auf Anfang. „Können wir mal kurz Ruhe haben, da ist eventuell ein Flieger in der Luft“, hieß es. Zusätzlich zu Nebengeräuschen beschäftigten die Lichtverhältnisse das Team. Obwohl die, wie Redaktionsassistentin Johanna Roloff berichtete, von der Computertechnik gerichtet und für den gesamten Film angeglichen werden. „Die Sonne spielt heute verrückt“, stellte sie nüchtern fest. „Tatort macht Spaß“, rief Mark Lührs, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Radio Bremen, in die Menge von Drehteam und Journalisten. Es war keine leere Floskel, denn die Stimmung am Set war auch diesmal trotz aller Widrigkeiten und vieler Wiederholungen entspannt und gut. Das zeichne besonders den Bremen-Tatort aus, verriet Johanna Roloff.

Zwei bis drei Tage plante das Team für die Einstellungen in Borgfeld ein. In der Zeit war der Alltag im Borgfelder Saatland ein wenig anders. Die Reaktion auf Dreharbeiten in Privathäusern sind durchaus unterschiedlich, berichtete Annette Strelow, Redaktion Radio Bremen. Manche Bewohner verlassen während der Dreharbeiten ihr Haus und überlassen es ganz dem Team, andere wieder finden es ganz spannend und beobachten die Dreharbeiten, so die Redakteurin. „Viele machen das einmal im Leben und haben dann die Nase voll“, sagte sie freundlich lächelnd. Text und Fotos: Sabine von der Decken