Tee-Genuss für Leib und Seele

Jetzt, wo es draußen oft ungemütlich stürmt und regnet, die Temperaturen immer kühler und die Tage immer kürzer werden, ziehen wir uns gern in unsere vier Wände zurück. Es ist die Zeit, in der wir es uns gemütlichkuschelig machen oder etwas Warmes für unterwegs brauchen. Zeit für Tee. Denn eine schöne Tasse Tee wärmt nicht nur den Körper sondern auch die Seele. 

 

Tee ist Genuss. In Ruhe zelebriert birgt er eine wertvolle Auszeit zum Innehalten und Besinnen in einer immer hektischeren Welt. Mit Freunden genossen bietet er einen  geschmackvollen Rahmen für Gastfreundlichkeit und kommunikativen Austausch.

Also warum machen Sie sich nicht auch noch eben eine leckere Tasse und lesen anschließend Wissenswertes über Teeanbau und -verarbeitung, die traditionelle Ostfriesische Teezeremonie und innovative Tee-Rezepte, was Sie in Ihren Tee tun können und wie Oberneulander ihren Lieblings-tee genießen.

 

Tee-Stadt Bremen

In Bremen hat der Handel eine lange Tradition. Bremer Kaufleute haben schon vor vielen hundert Jahren mit verschiedenen Gütern wie Getreide, Kaffee oder Tabak Handel betrieben. Als Stadt, die über die Hanse schon früh in den Welthandel eingebunden war, hat sich das Geschäft mit Tee auch in Bremen etabliert. Nach Hamburg ist Bremen Deutschlands zweite Tee-Hochburg. Davon zeugen zahlreiche Unternehmen, die sich auf den Handel mit Tee spezialisiert haben. 

 

Tee-Geschichten

Im Schnitt trinkt jeder Deutsche knapp 28 Liter Tee pro Jahr – verteilt auf ca. 70 Prozent schwarzen und 30 Prozent grünen Tee. Doch brauchten die Menschen hierzulande einige Jahrhunderte, um sich mit der Teekultur anzufreunden. Die Chinesen, 

so lautet die Sage, kennen den Aufguss aus Teebaumblättern schon seit 2700 vor Christus – dank eines Zufalls. Damals soll der chinesische Kaiser Shen Nung die erfrischende Wirkung des Getränks entdeckt haben, nachdem der Wind Teeblätter direkt vom Baum in seinen Becher mit heißem Wasser wehte.

Eine grausamere Legende rankt sich um den Mönch Bodhidarma. Er meditierte im Jahr 500 nach Christus jahrelang im Freien. Darüber fielen ihm die Augen zu, was ihn so aufbrachte, dass er sich die Lider abriss und sie fortwarf. Wo sie auf den Boden fielen, wuchsen Teesträucher. Der müde Klosterbruder probierte davon und fühlte sich sofort erfrischt. Noch heute steht das japanische Schriftzeichen „Cha“ für Tee wie für Augenlid. Tee war ursprünglich nur ein Aufguss aus getrockneten Blättern der immergrünen Strauchgewächse Thea Sinensis (China) und Thea Assamica (Indien). Aus der Kreuzung dieser beiden Ur-Teepflanzen entstand die Teepflanze mit dem Namen "Assamhybride". Sie gehört zur Gattung der Kameliengewächse und ist fein, widerstandsfähig und sehr aromatisch. Aus ihr werden zum Beispiel die bekannten Teesorten Assam, Ceylon, Earl Grey oder Darjeeling hergestellt.    

 

Teequalität

Die Qualität der Blätter richtet sich nach ihrer Stellung am Zweig. Die Knospen an der Spitze werden als Flowery Orange Pekoe (FOP) bezeichnet, das darunter stehende als Orange Pekoe (OP), das dritte als Pekoe, die weiteren Blätter als Souchong. Das Wort Pekoe stammt aus dem Chinesischen und bedeutet „weißer Flaum“, nämlich den Flaum der Teeknospen. Der Begriff „Orange“ bezieht sich auf das Königshaus von Oranien und bedeutet so viel wie „königlich“.

Tee wird im Handel in Blatt-Tee (Pekoe), „gebrochener“ Tee (Broken Pekoe), Fannings und „Staub“ (Dust) eingeteilt. Tees mit kleinen Blattgradierungen geben wegen ihrer größeren Oberfläche bei gleicher Menge Broken- oder Blatt-Tee mehr Aroma in kürzerer Zeit in das Wasser ab; vom Blattgrad allein kann jedoch nicht auf die Qualität geschlossen werden. Entscheidend für die Qualitätseinstufung sind Größe, Form und Farbe.

 

Tee-Verarbeitung

Nach dem Pflücken werden die Blätter bei der klassischen Teeproduktion in fünf Stufen weiterverarbeitet:

 

• Welken: Hierbei werden die Blätter über Nacht mit großen Gebläsen zum Welken gebracht, um überschüssige Feuchtigkeit auszutreiben. Das macht sie weich und zart.

• Rollen:  Hierbei wird der Tee in eine Rollmaschine gelegt, 

die auf dem Rolltisch horizontal rotiert. Dabei entstehen die gedrehten, drahtig anmutenden Teeblätter. Während des Rollens werden die Blätter auch aufgebrochen, womit der dritte Verfahrensschritt ausgelöst wird – die Oxidierung.

• Aussieben: Hierbei werden die Teeblätter nach Qualität sortiert.

• Oxidieren: Nach dem Rollen werden die Blätter zum Oxidieren in einem „Fermentierraum“ bei einer Temperatur von rund 26°C ausgebreitet. Während der Oxidation, welche 

ungefähr 2-3 Stunden dauert, verfärbt sich das Blatt und nimmt allmählich eine kupferrote Farbe an. Der Stand der Fermentation muss am Geruch des feuchten Blattes ständig kontrolliert werden. Von der richtigen Fermentation hängt ganz wesentlich die Qualität des fertigen Tees ab.

• Trocknen: Die Oxidation durch „Feuern“ (Trocknen) des Tees abgebrochen. Dabei wird der Tee auf flachen Blechen langsam durch Heizkammern geschickt, in denen er sich beim Trocknen schwarz färbt. Dieses Verfahren muss sorgfältig kontrolliert werden, da zu geringes oder zu starkes Feuern die Qualität des Tees beeinträchtigen kann.    

 

Teesorten

Heute werden vier traditionelle Teesorten unterschieden, 

die sich vor allem im Grad der Oxidation unterscheiden:

• Grüner Tee – es erfolgt keine gewollte Oxidation. Der Tee wird nach der Ernte nur gewelkt und dann getrocknet. 

• Weißer Tee – wird so genannt, weil die Härchen an der Blattunterseite den getrockneten Teeblättern eine weiß-silberne Farbe geben. Keine gewollte Oxidation. Junge Triebe werden geerntet und getrocknet (wie Heu). Nur Spitzentees eignen sich zur Produktion von weißem Tee.

• Oolong – wird teilweise oxidiert. Nach der Ernte wird der Tee in Weidenkörben geschüttelt, der austretende Saft reagiert mit dem Sauerstoff der Luft. Dieser Prozess wird durch das Erhitzen in Eisenpfannen gestoppt.

• Schwarzer Tee wird in Ostasien als Roter Tee bezeichnet – komplette Oxidation. Wie Oolong, der Oxidationsprozess wird aber nicht gestoppt. Erst nach längerer Zeit wird der Tee fertig getrocknet.

 

 

Tet trinken 2.0

Neben langjährigen Teetrinkern, die ihren Konsumgewohnheiten treu bleiben, gibt es in Deutschland auch immer mehr experimentierfreudige Verbraucher. Diese genießen ihren Tee in vielfältigen und kreativen Variationen. Tee verkörpert für sie ein Lebensgefühl von Leichtigkeit gepaart mit bewusstem Genuss. Und dieses Lebensgefühl kann – heiß oder kalt - auch zuhause zelebriert werden. Versuchen Sie´s doch auch mal „untraditionell“: 

 

 

Classic Iced Tea

Zutaten (2 Gläser):

300 ml Wasser

1 Beutel Earl Grey Tea

1 EL Honig

2 TL Limettensaft 

 

Zubereitung: Den Teebeutel in kochend heißem Wasser 2 Minuten ziehen lassen. Den Honig im heißen Tee auflösen und den Limettensaft dazugeben, kühl stellen. In 2 hohe Gläser je 3 Eiswürfel geben und mit dem Tee auffüllen. Nach Belieben mit frischer Minze dekorieren. 

 

 

 

Chai (indischer Gewürztee)

Zutaten (für ca. 8 Portionen):

1 l Wasser

8 Beutel starker Schwarztee 

6 dl Milch

5 EL Zucker

5 Stck. Kardamomkapseln, leicht zerstoßen

1 EL Ingwer, frisch gerieben

1 Zimtstange, 4 Nelken

 

Zubereitung:

Milch mit Zucker und Gewürzen aufkochen; bei geringer Hitze 1-2 Min. köcheln lassen; Teebeutel und Wasser dazu geben, nochmals aufkochen lassen; auf kleinster Stufe 10–15  Min. ziehen lassen; Gewürztee durch Sieb direkt in Tassen oder Krug gießen.

Tipp: Vor dem Servieren Milch aufschäumen, Milchschaum auf Gewürztee geben, mit Zimtpulver 

bestäuben.

 

 

 

Darjeeling Schokolade

Zutaten (für 4 Portionen):

4 Beutel Schwarztee

6 dl Wasser

50 g schwarze Schokolade

2 dl Milch

6 EL Caotina noir

5 TL  Zucker

1.5 dl Rahm

Muskatnuss, gerieben

 

Zubereitung:

Teebeutel in Pfanne mit ca. 6 dl kochendem Wasser überbrühen; 5 Min. ziehen lassen, Teebeutel entfernen; Schokolade in kleine Stücke brechen, im heißen Tee unter Rühren schmelzen; Milch, Caotina noir und Zucker dazugeben, nochmals erhitzen; Rahm steif schlagen; Tee-Schokolade in Gläser oder  Tassen abfüllen, mit Schlagrahm und Muskatnuss oder Kakaopulver garnieren.

 

 

 

 

 

Darjeeling Schokolade

Zutaten (für 4 Portionen):

4 Beutel Schwarztee

6 dl Wasser

50 g schwarze Schokolade

2 dl Milch

6 EL Caotina noir

5 TL  Zucker

1.5 dl Rahm

Muskatnuss, gerieben

 

Zubereitung:

Teebeutel in Pfanne mit ca. 6 dl kochendem Wasser überbrühen; 5 Min. ziehen lassen, Teebeutel entfernen; Schokolade in kleine Stücke brechen, im heißen Tee unter Rühren schmelzen; Milch, Caotina noir und Zucker dazugeben, nochmals erhitzen; Rahm steif schlagen; Tee-Schokolade in Gläser oder Tassen abfüllen, mit Schlagrahm und Muskatnuss oder Kakaopulver garnieren.