Zeit für gute Gespräche

 

 

In Oberneuland mit seinem dörflichen Charakter finden sich viele Anzeichen einer guten Gesprächskultur. Häufig sieht man sich treffende Menschen, die stehen bleiben und miteinander reden – auf dem Sportplatz, beim Einkaufen, auf der Straße. 

Und gerade in der Weihnachtszeit treffen wir auf Familie, Bekannte, Verwandte und reden viel. Aber sind das automatisch auch immer gute Gespräche? Oft sind wir zwar anwesend, hören – aber hören wir auch wirklich hin? 

Und hören wir auch das Ungesagte zwischen den Zeilen?

 

 

Zuhören kann jeder, denkt man leicht, und doch hören wir oft nur mit halbem Ohr zu, weil wir parallel noch mit anderen Dingen beschäftigt sind, oder hören nur so lange hin, bis uns eine eigene Geschichte einfällt, die wir dann erzählen wollen.

Aber auch wenn wir selbst sprechen, verlaufen viele Unterhaltungen nicht optimal. Wer kennt das nicht: Gespräche mit vermeintlich schwierigen Gesprächspartnern, sei das nun die Schwiegermutter an Weihnachten, der pubertierende Teenager im Alltag oder der Boss bei der Arbeit, verlaufen wie in vorgegebenen Bahnen, nach ewig gleichen Mustern, mit dem scheinbar immer gleichen Ablauf und unabwendbaren Ergebnis.

Wir tauschen uns pausenlos mit anderen aus – aber eine erfüllende Unterhaltung ist die Ausnahme. Das sollten wir ändern. Erfahren Sie, wie Sie ein gutes Gespräch führen.  …Lesen Sie den gesamten Artikel im Oberneuland Magazin 12/2017…

 

 

10 Tipps für ein gutes Gespräch

 

1. Vorbereitung

Stellen Sie sich bereits vor dem Gespräch auf den Gesprächspartner ein. Überlegen Sie, was in seinem Leben wichtig ist und was ihn beschäftigt oder interessiert. So nähern Sie sich schneller Ihrem Gegenüber an und finden eine vertrauensvolle Gesprächsbasis.

 

2. Interesse und Wertschätzung

Zeigen Sie Ihrem Gesprächspartner, dass Sie interessiert an ihm sind. Halten Sie Blickkontakt und wenden Sie ihm Ihren Körper zu, um zu zeigen, dass Sie ihm Ihre volle Aufmerksamkeit schenken.

Ihr Gesprächspartner sollte fühlen, dass Ihnen seine Gedanken wichtig sind. Wenn er über ein Thema zu sprechen beginnt, dann stellen Sie Fragen zu diesem Thema, anstatt einfach anzufangen über etwas zu reden, über das Sie sich lieber unterhalten würden.

 

3. Körpersprache

Achten Sie auf die Reaktion Ihres Gegenübers – sowohl beim Reden als auch beim Zuhören. Ist er interessiert oder gelangweilt? Hat er verstanden, was Sie meinen?Achten Sie gleichzeitig auf die Signale, die Sie aussenden. Denn oft ist es wichtiger, WIE man etwas sagt, als WAS man sagt. Geben Sie nonverbales Feedback: Ein bejahendes Nicken, eine zustimmende Mimik und Gestik zeigen dem Erzählenden, dass Sie ihn verstehen und voll und ganz für ihn da sind.

 

4. Aktiv zuhören

Versuchen Sie, dem Erzähler wirklich in jeder Sekunde zu folgen, ohne sich zu erlauben gedanklich abzuschweifen. Dies erfordert Selbstdisziplin und ist unter Umständen anstrengender als selbst zu sprechen.

 

5. Zeit

Gute Gespräche entstehen nicht auf die Schnelle zwischen Tür und Angel. Hier mag zwar ein Informationsaustausch möglich sein, aber ein tiefes, bereicherndes Gespräch mit hohem Erinnerungswert ist hier nur schwer vorstellbar. Nehmen Sie sich deshalb Zeit für ein gutes Gespräch und versuchen Sie diese Ruhe auch auszustrahlen. Geben Sie Ihrem Gegenüber das Gefühl, dass es im Moment nichts Wichtigeres auf der Welt für Sie gibt als dieses Gespräch.

 

6. Pausen

Gönnen Sie sich selbst Pausen, um nachzudenken, was Sie sagen wollen und die richtige Formulierung zu finden. Halten Sie als Zuhörer ebenfalls bewusst Pausen aus, bevor Sie antworten, um Ihrem Gesprächspartner das Gleiche zu ermöglichen. Haben Sie Geduld.

 

7. Vertrauen

Schaffen Sie eine solide Vertrauensbasis für ein gutes Gespräch, indem Sie auch offen und ehrlich etwas von sich preisgeben. So überwinden Sie die zwischenmenschliche Distanz und Nähe entsteht. Bleiben Sie selbst hingegen oberflächlich und verschlossen, wird der Gegenüber dies als „Setting“ für das Gespräch übernehmen und ebenfalls auf Abstand bleiben.

 

8. Fragen

Fragen während eines Gespräches sind wichtig für Austausch und Verständnis. Sie zeugen von Interesse und beheben Unklarheiten. Achten Sie jedoch darauf, nicht Frage nach Frage „abzuschießen“ ohne die Antworten abzuwarten – ansonsten entsteht der Eindruck, dass diese Sie gar nicht wirklich interessieren.

Stellen Sie offene Fragen. Diese motivieren Menschen dazu, etwas mehr preiszugeben.

 

9. Keine Dominanz

Eine Unterhaltung ist kein Kampf mit Sieger und Verlierer. Fühlen Sie sich nicht dazu verpflichtet, ein Gespräch zu dominieren, damit es ein gutes Gespräch wird. Lassen Sie die andere Person auch 

etwas beitragen.

 

10. Keine Bewertung

Versuchen Sie, Ihren Mitmenschen gegenüber offen, zugewandt, mitfühlend und wertfrei zu sein. Gehen Sie mit der eigenen Meinung zurückhaltend um.

 

AG, Foto: iStockphoto/jacoblund