Das Wappen

Anlässlich der 800 Jahr-Feier von Oberneuland im Jahr 1981 hat die Oberneulander Künstlerin Ruth Elisabeth van Beeck das Oberneuland-Wappen entworfen. Zu dem vorgeschlagenen runden Wappenmotiv erläutert sie: „Das Wappen sollte möglichst einfach und ornamental in der Gestalt sein und sowohl in der Vergrößerung - z.B. als Fahne - als auch in der Verkleinerung - als Münze, Briefemblem, Glasbildchen etc. klar erkennbar bleiben, natürlich den Gesetzen der Heraldik entsprechen und sich von anderen Ortswappen deutlich unterscheiden. Es sollte - ohne ideologische Bezüge - etwas allgemein Ortsverbindliches, aber auch speziell Typisches enthalten.

Für Stadt- bzw. Ortswappen werden vorzugsweise gerne architektonische Elemente verwendet (Mauerkronen, Tore, Türme, Stufen, Pfeiler, Säulen, Räder etc.). Oberneuland besitzt leider kein derartig typisches und unverwechselbares Gebäude, so kam ich auf das für mich so typische Rundfenster-Ornament. Dies vorgeschlagene Rundfenster mit den eisernen Zierstreben (meist in hübscher floraler Ornamentik, die an die reiche Oberneulander Pflanzen- und Baumwelt erinnern könnte) taucht im Oberneulander Ortsbild so häufig auf, dass es eines der ersten hübschen Elemente war, die mir auffielen, als wir vor 23 Jahren hierher kamen.

(Von den Hauptstraßen aus z.B. schon sichtbar Oberneulander Landstr. 133, das Plate’sche Haus, von-Line-Str. 12, Oberneulander Landstr. 119, Oberneulander Landstr. 93 (Stall), Landgut Ichon, Oberneul. Landstr. 12, Oberneul. Landstr. 10, Hodenberger Str. 42, Auf der Heide 14, Mühlenfeldstr. 60, Oberneul. Landstr. 173 usw.) Mir erscheint dieses Rundfensterornament deshalb besonders geeignet, weil es a) an Bauernhäusern als Uhlenflucht, b) an Wohnhäusern als Giebelfenster und c) an den Ober-neulander Herrenhäusern als abschließender Halbbogen der hohen Terrassenfenster erscheint. Diese drei Haustypen symbolisieren sehr schön und deutlich die historische Zusammensetzung der Bevölkerung, die Oberneulands ganz spezielle Eigenart geprägt hat, nämlich das Bauern-, das Bürger- und das Großbürgertum. Alle drei haben in selten liebenswerter Einmütigkeit das gleiche architektonische Element an ihren Häusern verwandt.

Es muss natürlich gesagt werden, dass Rund- und Halbrundfenster mit einfachen Streben auch in der weiteren Umgebung in Gebrauch waren. Auch findet man hier und da eiserne Zierstreben, aber so gehäuft wie in Oberneuland und an den genannten verschiedenartigen Haustypen wohl kaum, was vielleicht ein freundliches und bezeichnendes Licht auf die Oberneulander Mentalität wirft.

Dass in der runden Form auch das Oberneulander O erscheint, sei nur am Rande erwähnt.“