Sehenswertes

Der „Lür-Kropp-Hof“

Das Testament von Meta Rödiger: Das Testament von Meta Rödiger war der Ausgangspunkt für die Entwicklung eines Kleinods in Oberneuland, das heute den Namen Lür-Kropp-Hof trägt. Die Stadtgemeinde Bremen und der Ortsteil Oberneuland können sich glücklich schätzen, dass vor vielen Jahren die richtigen Leute an den richtigen Stellen so reagiert haben, dass wir heute, nach über 25 Jahren, nur dankbar auf den Ausgangspunkt dieser Entwicklung zurück- blicken können. Der Lür-Kropp-Hof wurde erstmals im Jahre 1589 urkundlich erwähnt.

Meta Rödiger war die letzte Bäuerin auf dem Hof, sie hatte keine unmittelbaren Erben, war dem Ortsteil Oberneuland sehr verbunden und hatte das Ziel, den Hof für Oberneuland zu erhalten. Sie und ihre Vorfahren lebten seit vielen Jahren auf dem Hof, sie selbst hatte guten Kontakt zu ihren Nachbarn. Das auf dem Anwesen befindliche reetgedeckte niederdeutsche 2-Ständer-Fachwerk-Bauernhaus ist über 200 Jahre alt.

Der erste Kontakt zwischen Meta Rödiger und der Stadtgemeinde Bremen lief über den damaligen Ortsamtsleiter von Oberneuland, Hinrich Kaemena (1965 bis 1991), den sie ohnehin kannte. Sie besprach mit ihm die Idee, den Hof der Allgemeinheit durch testamentarische Bestimmung zu übertragen. Meta Rödiger wollte ursprünglich den Hof „ihrer Gemeinde Oberneuland“ vererben. Dies war für sie selbstverständlich, war doch die Gemeinde Oberneuland viele Jahre selbstständig gewesen, bis sie 1939 in die Stadt Bremen eingemeindet wurde. An die Stelle der Gemeinde Oberneuland trat die Stadtgemeinde Bremen. Meta Rödiger starb im Jahre 1978, das Testament wurde umgesetzt und mit Beirat und Ortsamt Oberneuland ein Nutzungskonzept entwickelt. Neben der Aufrechterhaltung eines kleinen bäuerlichen Betriebes sollten durch Vermietung des Fletts auch Einnahmen erzielt werden. Zunächst wurden aber erhebliche Sanierungsmaßnahmen an Dach und Fach durchgeführt; finanziert wurden diese aus den ersten Erträgen der Stiftung Wohnliche Stadt, deren Erträge aus der neuen Bremer Spielbank gemeinnützigen Zwecken zugeführt werden mussten.

Mit der Gründung des Fördervereins Lür-Kropp-Hof e.V. im Jahre 1995 wollten die Gründungsmitglieder erreichen, dass mehr Aktivitäten als bisher auf dem Hof stattfinden und das Anwesen insgesamt weiterentwickelt wird. Der - im Jahre 2005 verstorbene - 1. Vorsitzende des Fördervereins, Herr Artur Schnitger hat während seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Vereins die Aktivitäten auf dem Hof maßgeblich beeinflusst und damit einen erheblichen Beitrag an der Ausgestaltung des Hofes gehabt.

Das Zauberwort hieß „standesamtliche Trauungen“: Die ersten Jahre waren darauf ausgerichtet, die Veranstaltungen im Flett zu intensivieren und andere eigene Veranstaltungen, wie z.B. das Mai-Fest, den Weihnachtsmarkt und das Kinderfest, durchzuführen. Zusätzliche Einnahmen war das eine Stichwort und die Akquisition von Spenden das zweite. Eine wesentliche Erweiterung erfuhr die Hofanlage mit dem Bau des Meta-Rödiger-Hochtiedshuus im Jahre 2001; einem Kleinod für die Durchführung standesamtliche Trauungen. Weit über die Grenzen Bremens hinaus ist das Hochtiedshuus und damit der Hof bekannt geworden.

Die weitere Entwicklung: Die erfolgreiche Arbeit des Fördervereins war die Grundlage dafür, den Hof umzuwandeln in eine Stiftung des bürgerlichen Rechts. Dank gebührt der Stadtgemeinde Bremen, dem Senat, der im Oktober 2006 die Gründung der Stiftung beschloss. Diese nahm ihre Tätigkeit Anfang 2007 mit den Vorstandsmitgliedern Rolf-Gerhard Facklam, Hermann Kothe und Karsten Bredemeier auf. Ziel der Stiftung ist die langfristige Erhaltung und Pflege des Hofes mit seinen Gebäuden und Anlagen. Zustiftungen sind gewünscht und möglich, Spenden jederzeit herzlich willkommen. Die gemeinnützigen Aufgaben der Stiftung bestehen auch in der Durchführung von kulturellen Aktivitäten sowie einer intensivierten Tierhaltung auf dem Hof. Das Spendenkonto der Lür-Kropp-Stiftung: 1111 1622 bei der Sparkasse in Bremen (290 501 01).

Eine wesentliche finanzielle Grundlage sind aber weiterhin die Veranstaltungen auf dem Lür-Kropp-Hof, vornehmlich die mittlerweile mehr als 300 standesamtlichen Trauungen pro Jahr sowie die mehr als 140 Veranstaltungen im Flett. Für diese Aktivitäten wurde die Lür-Kropp-Service GmbH gegründet. Jens Knudtsen, der Geschäftsführer; sie ist für die Akquisition und Durchführung der vielen unterschiedlichen Veranstaltungen verantwortlich; die Erträge dienen in erster Linie der Erhaltung und Pflege des Hofes. Der Förderverein Lür-Kropp-Hof e.V. mit seinem 1. Vorsitzenden Günter Klopp kümmert sich mit seinen Mitgliedern nach wie vor um die kulturellen Belange sowie um die Durchführung von Veranstaltungen, die traditionell schon seit Jahren auf dem Hof stattfinden.

Tierhaltung auf dem Hof: Auf dem Lür-Kropp-Hof findet in begrenztem Umfang auch eine eigene Tierhaltung statt. Zweimal im Jahr bekommt der Hof Nachwuchs bei seinen Bentheimer Schweinen, allerdings aus der Zucht des Bürgerparks. Auf einer in der Nähe zum Hof gelegenen neuen Weide haben diese Tiere ihr Zuhause gefunden. Daneben fühlen sich diverse Ziegen, Hühner und Enten recht wohl. In Vorbereitung befindet sich eine weitere Weide; Schafe sollen das Angebot ergänzen.

Lehr- und Schaubienenstand: Der Imkerverein Bremen von 1875 e.V. betreibt bereits seit vielen Jahren auf dem Gelände des Lür-Kropp-Hofes seinen Lehr- und Schaubienenstand. Sein 1. Vorsitzender Dieter Rudolph organisiert, zusammen mit seinen übrigen Vorstandskollegen und anderen Mitgliedern, laufend interessante Veranstaltungen bei denen häufig auch Schulklassen und andere Gruppen eingeladen werden, die Imkerei näher kennen zu lernen.

Neueste Errungenschaft ist der soeben fertig gestellte „Artur Schnitger Pavillon“, der auch für Veranstaltungen genutzt werden soll. Er wurde im Wesentlichen durch Spendengelder, die von der Familie Schnitger aufgebracht wurden, finanziert. Er ist quasi der kleine Bruder vom Hochtiedshuus; wie man unschwer erkennen kann, auch aus der Feder unseres Hofarchitekten Horst Michaelis.

Rolf-Gerhard Facklam

 

 Die Oberneulander Mühle

Als Wahrzeichen des Stadtteils Oberneuland präsentiert sich die Windmühle, die als Außenstelle des Focke-Museums betrieben wird und ein eindrucksvolles Zeugnis der Mühlenbaukunst um 1848 darstellt.

Im Inneren sind sowohl die originalen Mahlgänge und ihr Antrieb über Spindeln, Spindelrad und Stirnrad zu sehen wie auch eine Ausstellung zum Thema „Vom Korn zum Brot“.

Mühle Oberneuland, Mühlenweg 34, 28355 Bremen, T (0421) 25 92 14

Öffnungszeiten:
Di bis Fr 9.00 - 12.00 Uhr
So 11.00 - 17.00 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene 2,00 EUR
Ermäßigt 1,00 EUR
Familien 3,00 EUR

Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger haben freien Eintritt!